Schilddrüsenerkrankungen

Überarbeitet März 2013

 

Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere Autoimmunthyroiditis, ist die am meisten beschriebene Autoimmunerkrankung beim Australian Shepherd und eine der am häufigsten vorkommenden Erkrankungen überhaupt. Glücklicherweise ist die Krankheit zu behandeln und die Medikamente sind nicht teuer. Trotzdem sollten Züchter darauf achten, keine betroffenen Hunde hervorzubringen.

Die Krankheit ist sowohl über- als auch unterdiagnostiziert. Es ist so häufig bei Hunden, daß Hunde, die typische Symptome zeigen, die Diagnose manchmal zu unrecht erhalten. Gewichtszunahme, Hautprobleme und die Tendenz Wärme zu suchen gehören zu den häufigsten Signalen. Andererseits können Signale die normalerweise mit anderen Krankheiten assoziiert werden von einer Schilddrüsenerkrankung wegweisen, obwohl dies vielleicht die grundlegende Diagnose wäre. Einige abnormale Schilddrüsentestergebnisse können von anderen Krankheiten herrühren oder sogar von normalen Dingen, wie dem weiblichen Zyklus. Sollte ein Hund Symptome von Schilddrüsenproblemen zeigen, sollte er genau tierärztlich untersucht uns getestet werden.

Weil Autoimmunthyroiditis so häufig vorkommt, sollten alle Zuchthunde mit ein oder zwei Jahren und danach jährlich darauf getestet werden, bis zu einem Alter von vier Jahren.

Ein Schilddrüsentest so wie er von der „Orthopedic Foundation for Animals „ verlangt wird, sollte mit 2,3,4 und mit 6 Jahren gemacht werden. Wenn die Ergebnisse Werte von T3, T4 oder Thyroglobulin Autoantikörper über dem Referenzwert zeigen (T4 AA >20, T3 AA >10, TGAA >35) ist der Hund betroffen. Wenn der Hund alle Tests ohne Ergebnis absolviert bis er 6 Jahre alt ist, dann ist er nicht betroffen. Mehrmals zu testen bis der Hund 6 Jahre alt ist, ist wichtig. Die Krankheit zerstört die Schilddrüse und nachdem der Hund 6 Jahre alt ist, kann sie soweit zerstört sein daß keine Antikörper mehr produziert werden.

Die Verabreichung von Schilddrüsenmedikamenten innerhalb von 3 Monaten nach Testergebnis kann dieses entkräften. Testergebnisse können variieren, wenn der Hund etwas anderes hat als Schilddrüsenprobleme, z.B. eine Verletzung, wenn eine Hündin tragend ist oder in Hitze. Es ist durchaus möglich einen klinisch völlig gesunden Hund zu haben der schlechte Werte hat und auch umgekehrt, eben wegen anderer Gesundheitsprobleme zur Zeit des Testens. Dies sollte sich nicht auf die Autoantikörper auswirken, jedoch sollte der Hund auf jeden Fall gesund und nicht mit Medikamenten behandelt werden wenn getestet wird. Hündinnen sollten nicht in oder kurz vor der Hitze sein, tragend oder säugend. Ein Hund mit klinischen Anzeichen aber normalen Testergebnissen sollte in eine Zeitspanne von ca. 2-6 Monaten erneut getestet werden.

Hündinnen mit Schilddrüsenproblemen haben manchmal Probleme sich zu reproduzieren. Züchter sollten nie Schilddrüsenmedikamente benutzen um eine Schwangerschaft zu ermöglichen, wenn eine Hündin Probleme hat tragend zu werden. Und Schilddrüsenerkrankung beiseite: Hündinnen, die nicht auf natürlichem Wege aufnehmen und Welpen haben können sind sehr schlechte Zuchthunde.

Hunde egal welchen Geschlechts die Autoimmunthyroiditis haben sollten  nicht zur Zucht verwendet werden. Da unterschiedliche Autoimmunerkrankungen häufig innerhalb einer Familie vorkommen, sollten gesunde Verwandte der ersten Generation (Eltern, Nachzucht, Voll- und Halbgeschwister)  eines solchen Hundes nur mit Hunden verpaart werden, die einen normalen Schilddrüsenwert haben, genauso wie keine Autoimmunkrankheiten in der Familie.

übersetzt von Sandra Zilch