Epilepsie

Überarbeitet März 2013

Anfälle können auf verschiedene Ursachen zurückgehen – Verletzungen, eine Anzahl von Krankheiten, Vergiftungen, aber auch auf Vererbung.  Wenn Ihr Hund Anfälle hat, sollten Sie zuerst feststellen, was die Ursache dafür ist.  Bei einem stärkeren Anfall sollten Sie den Hund zum Tierarzt zur Untersuchung bringen 

Bei Verletzungen, anderen Krankheiten oder Vergiftungen wird die Behandlung des Anfangszustandes die Anfälle zumeist beenden.  Verursacht der Anfangszustand einen bleibenden Gehirnschaden, könnten die Anfälle allerdings weiterhin auftreten.  Eine gründliche Untersuchung durch den Tierarzt sollte die Ursache der Anfälle aufklären, wenn sie auf eine andere Ursache zurückgehen als auf vererbte Epilepsie.  Bei allen anderen Ursachen  wird es Hinweise oder Erlebnisse geben, die Darauf hindeuten, dass man es mit noch etwas anderem zu tun hat als nur den Anfällen selber.  Die wahrscheinlichste Ausnahme wäre ein Gehirntumor im Anfangsstadium für den keine Diagnose gestellt wurde, weil die Untersuchung  – MRT (Magnet Resonanz Tomographie) – sehr teuer ist.

Ein einmaliger Anfall ist kein sicherer Hinweis auf Epilepsie.  Hunde mit Epilepsie werden ihr Leben lang immer wieder in unregelmäßigen Abständen Anfälle haben.  Manchmal handelt es sich dabei um einige Monate, besonders im frühen Stadium der Krankheit.  Manchmal kann es auch zu sehr kurzen Anfällen kommen, die der Beobachtung des Besitzers entgehen.  Anfälle können auch zu einer Zeit auftreten, wenn der Hund nicht unter menschlicher Beobachtung steht.  Kommt es zu einem zweiten Anfall, handelt es sich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit um Epilepsie. 

Anfälle ereignen sich selten in der Praxis des Tierarztes.  Sollte es Ihnen möglich sein, den Anfall auf Video festzuhalten, könnte das Ihrem Tierarzt bei der Diagnose helfen.  Treten bei Ihrem Hunde Anfälle in kurzen Abständen auf, (Wochen, Tage oder auch nur Stunden), führen Sie ein Tagebuch über die Anfälle, in dem Sie festhalten, wo und wann sie sich ereignen und was den Vorfällen unmittelbar vorausgeht, sowie eine Beschreibung der Anfälle selbst.  Auch das kann Ihrem Tierarzt helfen, Ihren Hund genau zu diagnostizieren und zu behandeln. 

Wird keine Ursache für die Anfälle gefunden, werden sie als primäre Epilepsie oder „idiopathische“ Epilepsie eingestuft.  „Idiopathisch“ bedeutet „von unbekannte Ursache“.  Diese Art von Epilepsie wird allgemein als vererbt angesehen.  Gegenwärtig gibt es keine positive Diagnose für primäre Epilepsie.  Das bedeutet, dass es gegenwärtig nur durch den Ausschluss aller anderen in Frage kommenden Möglichkeiten diagnostiziert werden kann.

Primäre Epilepsie kann nicht geheilt werden und verschwindet auch nicht.  Werden die Anfälle nicht behandelt, werden sie immer wieder im Leben des Hundes auftreten.  Oftmals werden sie heftiger, wenn sie nicht durch Behandlung unter Kontrolle gehalten werden.  Die Behandlung ist allerdings keine Garantie dafür, dass es dem Hund von da an gut gehen wird.  Die Medikamente verursachen wiederum Nebeneffekte und in manchen Fällen werden sie sogar unwirksam.  Epilepsie kann tödlich verlaufen. 

Die Art und Weise, wie Epilepsie vererbt wird ist offensichtlich nicht einfach.  Die bisherige Forschung weist darauf hin, dass Epilepsie von einer Anzahl von Genen oder vielleicht von überschüssiger regulierender DNA die die Genfunktion beeinflusst, herrührt.  Diese schwierigen genetischen Abläufe bedeuten, dass beide Eltern eines epileptischen Hundes Gene vererben, die zu der Krankheit führen.  Wahrscheinlich ist der jeweilige Beitrag verschieden, aber gegenwärtig gibt es keine Methode zu bestimmen, was vom jeweiligen Elternteil herrührt.  Es ist möglich, dass es unsere Rasse mit mehr als einer Form von vererbter Epilepsie zu tun hat.

Epilepsie ist eine sehr ernste, möglicherweise tödliche Krankheit, deren Behandlung teuer ist und sich über mehrere Jahre hinziehen kann.  Es kann eine Ursache für große emotionelle und finanzielle Belastung für den Besitzer des betroffenen Hundes sein.  Deshalb sollte mit keinem epileptischen Hund gezüchtet werden, auch nicht mit Verwandten ersten Grades (Eltern, Nachkommen, Voll- oder Halbgeschwistern).  Entfernte Verwandte sollten mit großer Vorsicht gezüchtet werden, damit es zu keinen weiteren betroffenen Besitzern kommt.  Die Krankheit ist bei dieser Rasse so verbreitet, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ein Hund diese Gene besitzt und sie weitergibt.  Züchter mit Hunden, die über dem Durchschnittsrisiko liegen, sollten Partner für sie aussuchen, die unter dem Durchschnittsrisiko liegen.  Inzucht und „line breeding“ bei einem Stammbaum, der Epilepsie aufweist, erhöht das Risiko, dass Epilepsie bei dem Nachwuchs auftritt.

übersetzt von A. Neukirchner