Nierendysplasie

Mai 2013

 

Nierendysplasie (ND), manchmal auch genannt Juvenile Nierendysplasie, ist eine Störung der Nierenentwicklung. Teile von einer oder beider Nieren entwickeln sich nicht richtig, was zu reduzierter Nierenfunktion führt. Bei schweren Fällen, wenn ein großer Teil der Nieren betroffen ist, beginnt die Krankheit früh und ist immer tödlich. Hunde die weniger betroffenes Nierengewebe haben, können bis zum Erwachsenenalter ohne Symptome sein. Je nachdem wie viel der jeweiligen Niere betroffen ist, kann es tödlich sein, oder der Hund wird nie offenkundige Anzeichen einer Nierenerkrankung zeigen, obwohl die verminderte Nierenfunktion zu verringerter Lebenserwartung führen kann. Hunde bei denen nur eine Niere betroffen ist (sehr selten) können ein normales Leben führen ohne jegliche Anzeichen einer Krankheit.

Die Krankheit entsteht wohl durch eine Kombination von genetischen und Umweltfaktoren. Die Umweltfaktoren sind noch nicht erforscht, aber eine Infektion mit Caninem Herpesvirus bei einer Hündin, wenn sie während der Trächtigkeit toxischen Substanzen ausgesetzt ist oder Traumata des fötalen Gewebes können ursächlich sein. Die Symptome sind unterschiedlich: viel trinken, viel urinieren, Lethargie, Anorexie, Erbrechen, Durchfall, Geschwüre, blasse Schleimhäute, Schwäche, Verkrüppelungen, schlechte Verfassung, stumpfes Fell, Gewichtsverlust oder abnormaler Zyklus bei der Hündin können vorkommen. Manche Hunde haben Knochenschmerzen.

Eine Diagnose kann mittels tierärztlicher Untersuchung und einem Blut- und Urintest gestellt werden. Aber sicher kann man nur nach einer Nierenbiopsie sein. Die Behandlung umfasst primär eine Umstellung des Futters und möglicherweise nierenunterstützende Futterzugaben. Bei manchen Fällen können Medikamente nötig sein. Hunde mit ND müssen immer Zugang zu frischem Wasser haben. Sehr kranke Hunde brauchen intravenöse oder subkutane (unter der Haut) Injektionen. Nierendialyse und Transplantation sind möglich, brauchen aber sehr spezielle klinische Behandlung und sind teuer.

Obwohl auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen, ist ND erblich. Betroffene Hunde sollten nicht zur Zucht verwendet werden. Sollte die Krankheit auftreten, nachdem Samen eines Rüden eingefroren wurde, sollte dieser zerstört werden. Verwandte sollten mit Partnern ohne Familiengeschichte mit ND verpaart werden.

übersetzt von Sandra Zilch